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Aus der Geschichte Wir schrieben den 14. April 1997 als um 17.20 Uhr die Detonation von 10 kg Gelatine Tonarit (GT1) den 1200 Tonnen schweren und über 70 m hohen großen doppelwandigen Rauchfang des Kesselhauses der Brauerei Schwechat, den Erdboden gleichmachten. Von 1876 bis 1997 war er fest mit der Skyline von Schwechat verankert. Nur sein „kleiner Bruder“ durfte noch etwas länger stehen, wo wir zum eigentlichen Bericht kommen. Wieder wurde die Sprenggruppe 6/3 Süd - Wien Umgebung, die auch den „großen Bruder“ erlegte, mit der Sprengung des Rauchfanges unter Sprengmeister Michael te Best beauftragt. Zur Unterstützung Unterstützung wurde die Sprenggruppe Wien-Umgebung Nord 6/1 Klosterneuburg eingeladen.

Freitag, 20.1.2012
Aufgrund der umfangreichen Vorbereitungsarbeiten und dem festgesetzten Sprengtermin begannen 22 Mann der Sprenggruppe 6/3 und 6/1 bereits am Freitag, den 20. Jänner 2012 um 7:00 Uhr früh, mit dem Bohren der Bohrlöcher, dem Einstemmen der Fallschlitze und der Entlastungsschlitze. Der Rauchfang, der ebenfalls zum alten Kesselhaus gehörte, war bereits über 10 Jahre, mit der Aufgabe der alten Gebäude, nicht mehr in Betrieb. 48 Meter hoch, einwandig aus Ziegelmauerwerk erbaut (der große war doppelwandig und mit Schlacke gefüllt), mit einem quadratischen ca. 7 Meter hohen Fundament trotzte er Wind und Wetter und auch dem schweren Bombardement der US Army im 2. Weltkrieg. Um 13:00 Uhr wurden die Arbeiten eingestellt.

Samstag, 21.1.2012 Am Samstag begann man ebenfalls zeitig. Es wurden die Ladungen und Zünder vorbereitet, wobei 21kg Sprengstoff (Austrogel) und etwa 165m detonierende Sprengschnur, sowie 15 elektrische Zünder verwendet wurden. Die zeitaufwändigste Arbeit ist bei Sprengungen von Mauerwerken, zumeist das Laden und Besetzen der Bohrlöcher. Da der Schornstein eine sehr große Wandstärke aufwies, musste mit sogenannten geteilten Ladungen in den 70 Bohrlöchern gearbeitet werden. Das „Stopfen“, wurde mit Unterstützung zweier Bagger der Abrissfirma Mayer durchgeführt. Inzwischen hatten sich zwischen 300 und 400 Schaulustige, viele davon ehemalige und noch aktive Brauereimitarbeiter eingefunden um dem Spektakel beizuwohnen. Ein Gespräch mit einigen „Brauhäuslern“ entlockte ihnen schon sehr wehmütige Sätze, wie: „Sämtliche Gebäude in denen ich gearbeitet habe, liegen hier in Schutt und Asche“, oder: „Ein Wahrzeichen, ein Monument, er wird mir fehlen“. Um 11:00 Uhr, wurde begonnen die Zuschauer aus dem Gefahrenbereich zu bringen und die Absperrung, die sich auf 200m Sicherheitsabstand eingrenzte, zu entfernen. Auf der Nordseite des Geländes, einem Hügel hatten sich Kameraleute verschiedenster Firmen, unzählige Fotografen und eben die Zuschauer eingefunden.

Letzte Maßnahmen Nachdem die Abdeckplanen über den Detonationsbereich angebracht waren, und die zahlreichen Zuschauer aus dem Streubereich entfernt waren, konnte in Kürze die Sprengung durchgeführt werden. Gegen 11:45 Uhr wurden die Zuschauer nochmal um ein paar Schritte nach hinten gebeten und die restlichen Männer der Sprenggruppe entfernten sich nun vom Rauchfang. Heute waren 32 Sprengbefugte im Einsatz. Das erste Sprengsignal ertönte. Die Spannung hob sich. Eine Nebelpatrone wurde gezündet, ein alter, traditioneller Brauch bei den Sprenggruppen, eine Ehrerweisung an den ehrwürdigen Schlot noch einmal seinen Zug unter Beweis zu stellen und zu rauchen. Nachdem die Patrone gezündet war, dauerte es nur ein paar Sekunden bis der Rauch oben auf 48 Meter aus dem Ende des Schornsteins qualmte. Das zweite Sprengsignal ertönte und kurz darauf – es war 12:00 Uhr - gab es eine gewaltige Detonation, welche in Millisekundenabstand die beiden östlichen Mauern des Fundaments wegsprengten. Die nächsten 2 Sekunden kamen uns wie eine Ewigkeit vor. Erst jetzt sah man eine Bewegung des Schornsteins und schon neigte er sich nach Osten. Kurz darauf war ein 136 Jahre alter Zeitzeige Geschichte. Wie geplant fiel der Schornstein in die berechnete Richtung und zerlegte sich in das gewünschte kleine Haufwerk. Die Rauchwolke zog infolge Südwestwindes gegen die Zuschauer, die sich aber in Grenzen hielt. Kurz darauf das dritte Sprengsignal. Alles in Ordnung. Der verantwortliche Sprengmeister Michael te Best möchte sich bei der unterstützenden Sprenggruppe 6/1, dem Abbruchunternehmen Mayer für die Überlassung dieses tollen Übungsobjektes sowie der Unterstützung mit schweren Arbeitsgeräten und bei den anwesenden Mitgliedern der örtlichen Feuerwehren und der Exekutive für die Räumung und Einhaltung der Absperrungen bedanken.
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